Rotwein Rebsorten

Unter den hunderten existierenden Rebsorten sind nur wenige weinwirtschaftlich relevant. Entscheidend für die Qualität des Weines ist nicht nur alleine die Rebsorte, sondern auch Anbauregion, Wetter und Weiterverarbeitung. Die Weinsorte ist allerdings entscheidend für Aussehen, Geruch, Geschmack und das Säure-Süße-Verhältnis. So entscheidet die Rebsorte darüber, ob es eher ein süßer und schwerer Wein wird oder aber eine fruchtig-säuerliche Note entsteht, wie etwa bei einem Riesling. Unter den roten Weinsorten sind vor allem die Reben des Merlot, des Cabernet Sauvignon und Pinot Noir bekannt und erfolgreich. Je nachdem wo die Früchte angebaut werden, variiert dann das Ergebnis. Der Merlot wird etwa in der Region um Bordeaux angebaut – den dazugehörigen Wein kennen Sie wohl.

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Bordeaux bei Nacht – wenn der Wein am besten schmeckt.

Was beeinflusst die Qualität der Rebsorte?

Rebsorten alleine sagen oft absolut nichts über die Qualität der Weinsorte aus. Es gibt Merlot-Weine in allen Qualitätsstufen. Zunächst einmal benötigt die Pflanze Nährstoffe aus Luft und Boden: besonders nahrhafte Böden sind hier natürlich besser geeignet. Um diese gut aufnehmen zu können, müssen sich auch die unterirdischen Teile der Pflanze gut entwickelt haben. Da außerdem die Qualität mit dem Zuckergehalt der Pflanzen fällt und steigt, ist die Sonnenbestrahlung von zentraler Bedeutung für den Wein. Je mehr Sonne, desto mehr Fotosynthese, desto mehr Zucker: deshalb werden Weine oft an Hanglagen angebaut.

Die wichtigsten Rotwein-Rebsorten

Insgesamt gibt es neben den drei großen Rebsorten etwa zwölf weitere wichtige Rebsorten, aus denen Rotwein produziert wird.

Merlot wird sowohl als sortenreiner Wein als auch als Verschnitt angeboten. Die Pflanze ist sehr ertragsreich. Mit der beste Merlot kommt aus dem Bordeaux-Anbaugebiet. Spitzenniveau hat er aber auch in Saint-Emilion und Pomerol. Früher war er vor allem als Verschnitt beliebt, da Merlot sehr schnell reift. Mittlerweile wird der Rebsorte aber auch große Beachtung als sortenreiner Wein geschenkt.

Cabernet Sauvignon ist wohl die beliebste Rotwein-Rebsorte, da sie als Basis des Crus Classés des Médoc dient. Der dunkelrote Ton und Duft von Zedern und Cassis sind markante Merkmale der Merlot-Weine. Die Weinsorten aus dieser Rebe eignen sich hervorragend um zu altern und sie liefert hochwertige Weine. Vor allem in warmen Klimazonen kann die Rebsorte gut gedeihen.

Pinot Noir ist die dritte Rebsorte im Bunde, die sich großer Beliebtheit erfreut. Allerdings kann die Rebe nur dann Weinsorten hochwertiger Qualität erbringen, wenn die Erzeugung bedacht verläuft. Niedrige Erträge und eine sorgsame Vinifikation (Weinherstellung) sind hier sehr wichtig.

Barbera ist eine Rebsorte, die ursprünglich im Piemont angebaut wurde. Heute ist sie die zweit meistkultivierte Rebsorte Italiens. Der Reinwein ist heute aufgrund von Säureabbau sehr hochwertig und vielschichtig. Im Ausland wird die Rebsorte noch heute mehr zum Verschnitt eingesetzt.

Nebbiolo ist die Rotwein-Rebsorte, die in Italien am meisten angebaut wird – vor allem im Piemont. So beliebt ist sie aufgrund des vielschichtigen Buketts: Genießer schmecken hier Rosen, Gewürze oder gar Teer heraus. Reifen tut diese Rebsorte nur an den allerbesten Lagen und wird sehr spät geerntet. Außerhalb Italiens wurden noch keine so guten Ergebnisse mit diesen Rebsorten erzielt.

Dolcetto ist die dritte Weinrebsorte, die vor allem im Piemont angebaut wird. Sie reift allerdings deutlich früher als die beiden anderen und war deshalb lange nur als „früher Wein“ bekannt, mit weniger guter Qualität. Derzeit wird allerdings versucht, hier bessere Qualität zu erzielen. Denn wenn die Vinifikation gut verläuft, dann bekommt man hier einen sehr aromatischen Wein, der nach süßen Beeren und Quitte schmeckt.

Cabernet France ist eine sehr früh reifende Rebsorte, die sich für kühlere Lagen eignet. Vor allem an der Loire wird er sortenrein angebaut und bringt eine schöne Beerenfurcht mit sich. Oft weißt der Wein einen höheren Säuregehalt auf, als etwa der Cabernet Sauvignon. Die Weine der Loire aus dieser Rebsorte lassen sich als samtig und voluminös beschreiben.

Gamay ist die Rebsorte die das Beaujolais als Weinbaugebiet vom Burgund trennt: denn dort gilt die Rebsorte als mindere Qualität. Die Trauben werden von Hand gepflückt und dann in einer Kohlensäuremischung vergoren. So erhält man Weine mit einem sehr guten Alterungspotential.

Carignan bringt einen sehr farbenintensiven und tanninreichen Wein hervor. Dieser wird oft als Verschnitt genutzt. Da die Rebsorte sehr spät reif und darüber hinaus gegenüber Falschen und Echtem Mehltau sehr anfällig ist, verliert sie vielerorts den Boden. Allerdings können vor allem alte Stöcke mit geringerem Ertrag hervorragende Qualitätsweine hervorbringen. Am häufigsten wird er im Priorat und Languedoc angebaut.

Garnacha Tinta ist die meistverbreitete Rebsorte für Rotweine in Spanien. Sie wird sortenrein für Jungweine und Rosé angebaut. Aufgrund ihrer Genügsamkeit und Beständigkeit gegenüber Hitze und Trockenheit, erfreut sie sich weltweit in eben solchen Anbauregionen großer Beliebtheit.

Malbec wurde vom Merlot in vielen Anbaugebieten abgelöst und ist heute vor allem in Cahors als „schwarzer Wein“ zu finden. Charaktervolle Rotweine werden aus dieser Rebsorte auch in Argentinien gekeltert. In Chile und Südwestfrankreich dient die Rebsorte als Verschnitt.

Monastrell ist die zweitwichtigste Rebsorte in Spanien und bringt weiche, trockene Weine hervor. In Spanien eher ein junger Wein, dient die Rebsorte in Frankreich vor allem als spätreifende Pflanze, mit edlem Tanningehalt, eine Rolle im Mischsatz.

Sangiovese ist die wichtigste Rotwein-Rebsorte Italiens und ist die Basis für Chiantis und Vino Nobiles aus der Toskana und die Weine aus den umbrischen Regionen Torgiano und Montefalco. Aufgrund der späten Reifezeit, benötig diese Reifesorte einen starken, langen Sommer und kann in kühleren Jahren keine Spitzenqualität erzielen.

Syrah ist weltweit beliebt und bekannt: Aromen wie Veilchen, Schwarze Kirsche, Wildkräuter, Lakritze oder Humus zeichnen die Rebsorte aus. Eine Mischung aus feinem Tannin und kräftiger Fülle überzeugt Kenner und Konsumenten gleichermaßen. Immer mehr Weinbaugebiete setzen auf diese Rebsorte.

Tempranillo ist eine hochwertige Rebsorte in Spanien. Aufgrund des duftigen und fruchtbetonen Charakters ist der dunkle Wein sehr beliebt, die Rebsorte allerdings ist sehr anfällig gegenüber Trockenheit und Krankheiten. Dennoch die Hauptsorte des Rioja und des Ribera del Duero ist somit verantwortlich für die größten Weine Spaniens.

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